No Limits Snowboardschule Bike und Radsport Langweid

2006

Snow-Rider

Jungfrau-Marathon am 10.09.2011

Jungfrau, Mönch und Eiger (v.r.n.l.) Jungfrau, Mönch und Eiger — das 4000er Dreigestirn im Berner Oberland lässt nicht nur Bergsteigerherzen höher schlagen, sondern lockt auch tausende hartgesottene Marathonläufer alljährlich zum Jungfrau-Marathon.

So waren auch 2011 wieder über 4000 Teilnehmer am Start, um nicht nur 42 km zurückzulegen, sondern gleichzeitig 1829 Höhenmeter zu überwinden. Einer davon war ich — völlig unerfahren was Bergläufe angeht. Trotzdem entschloss ich mich vor etwa einem Jahr, das Abenteuer zu wagen. "Irgendwie wirst du da schon hochkommen", dachte ich mir damals.

Startaufstellung Bereits am Vortag zusammen mit meinem Vater (verantwortlich für das schöne Wetter, das immer herrscht, wenn er mich begleitet) angereist, nutzte ich das spätsommerliche Wetter, mich zu akklimatisieren und die Landschaft zu genießen (zu diesem Zeitpunkt musste ich ja noch davon ausgehen, dass während des Wettkampfes dazu wenig Möglichkeit bestünde).

Nach mäßig erholsamer Nacht in einem gemessen an der Leistung völlig überteuerten Hotel war's nun endlich so weit. Jetzt sollte sich zeigen, ob die knapp 1500 km Lauftraining in diesem Jahr ausreichen würden, solch einen Wettkampf halbwegs durchzustehen. Zu finishen war natürlich das Minimalziel, eine Zeit von knapp über fünf Stunden wäre klasse.

Um Punkt neun Uhr erfolgte der Startschuss durch Marathon-Europameister Viktor Röthlin vor dem Jungfrau-Viktoria Hotel im Zentrum von Interlaken. Die ersten Kilometer führten flach im Zickzackkurs durch die Stadt. Bereits zu Beginn konnte man erahnen, dass es richtig heiß werden würde, schließlich waren im Tal knapp 30 Grad vorhergesagt. Umso angenehmer, dass der weitere Verlauf in Richtung Lauterbrunnen überwiegend im Schatten verlief.

Volksfeststimmung an der Strecke Unterbrochen von nur wenigen kurzen Anstiegen, folgte die erste Hälfte weitestgehend der Strecke der Jungfraubahn. Erster Höhepunkt war dann etwa bei Halbmarathondistanz in Lauterbrunnen erreicht. Bei bester Volksfeststimmung wurden wirklich alle Läufer enthusiastisch angefeuert. Dabei durfte man allerdings nicht vergessen, nochmals richtig Energie zu tanken, denn ab Kilometer 26 begann der Spaß so richtig. Nachdem bis dorthin gerade mal 250 Höhenmeter überwunden waren, mussten auf den folgenden 2,5 km 400 Höhenmeter bezwungen werden. Während die meisten hier nur noch mit mehr oder weniger schnellem Wandertempo vorankamen, hielt ich meinen Laufrhythmus und konnte so Platz um Platz gutmachen. In Wengen schnappte ich von einem Sprecher die ungefähre zwischenzeitliche Platzierung auf — 1025 — wow, da war mehr drin!

Auch im Austragungsort der berühmten Lauberhornabfahrt herrschte wieder beste Rennatmosphäre. Viele Zuschauer feuerten einen mit Vornamen (der auf der Startnummer stand) an, man wurde förmlich hochgetragen.

Gänsemarsch Langsam aber sicher näherte ich mich der "Mann mit dem Hammer"-Marke so Mitte der 30er. Aber Fehlanzeige! Vermutlich überwogen bereits die Glücksgefühle so sehr, dass ich ohne Probleme Kilometer um Kilometer abspulen konnte. Dazu kam nun ja auch noch das Postkartenpanorama mit Jungfrau, Mönch und Eiger, die auf dem letzten Abschnitt als ständige Begleiter fungierten.

Geschafft! Richtig steil wurde dann nochmals der vorletzte Kilometer. Im Gänsemarsch führte die Strecke mangels Überholmöglichkeiten bis knapp an den Eigergletscher auf 2200m. Gemein ist der "Zielschuss": über 100 Höhenmeter nochmals bergab. "Jetzt nur keinen Krampf", dachte ich mir. In 4:39:50 überquerte ich mit unbeschreiblichen Emotionen die Ziellinie! Was für ein Tag: Traumwetter, Traumlandschaft und Traumergebnis!

Urkunde An dieser Stelle dürfen ein paar Sätze zur Organisation natürlich nicht fehlen. Dabei genügt ein Wort: perfekt! Ob bei der Anmeldung, der Startnummernausgabe, der Verpflegen auf der Strecke und im Ziel oder der medizinischen Versorgung — hier merkte man, dass Profis am Werk waren. Jedem Langstreckenläufer, der sich auch mal nicht scheut, ein "paar" Höhenmeter einzubauen, kann ich eine Teilnahme nur empfehlen. Dass es auch ohne spezielles Berglauftraining mit normaler Marathonvorbereitung funktioniert, bestätigte letztendlich Platz 614 (von 3341 männlichen Startern).

Weitere Bilder gibt's hier.

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