No Limits Snowboardschule Bike und Radsport Langweid

2006

Snow-Rider

Frankfurt Marathon am 26.10.2008

Ich hatte ja schon fast nicht mehr daran geglaubt. Eine Woche vor dem eigentlichen Saisonziel Münchenmarathon hatte ich mir eine hartnäckige Erkältung eingefangen, die einen dortigen Start unmöglich machte. Das Training konnte ich erst nach zehn Tagen Pause wieder aufnehmen, also knapp eineinhalb Wochen vor dem Frankfurt Marathon — von optimaler Vorbereitung konnte man also nicht mehr sprechen. Ein letzter ernsthafter Test eine Woche vor dem Wettkampf stimmte mich dann allerdings doch recht hoffnungsvoll, so dass ich mich entschloss in Frankfurt mein Debüt zu geben.

Nach der Anreise am Samstag und ziemlich unruhiger Nacht in der Jugendherberge (dem Schnarchen eines Zimmerkollegen war selbst mein Ohropax nicht gewachsen) ging es am frühen Morgen zum Frankfurter Messegelände. Startunterlagen abholen, Kleiderabgabe, alles ziemlich gut durchorganisiert. Am angenehmsten empfand ich, dass man bis kurz vor dem Start in der Messehalle bleiben konnte und nicht ewig draußen bei noch kühlen Temperaturen ausharren musste.

(Fast) pünktlich um zehn Uhr fiel der Startschuss und da ich mich relativ weit vorn eingereiht hatte, ging es auch für mich nach kurzer Zeit los. Es dauerte allerdings mindestens einen Kilometer bis ich halbwegs mein Tempo gefunden hatte, ohne ständig Gefahr laufen zu müssen, meinen Vordermann/-frau umzutreten bzw. selbst zu straucheln. Dann stellte sich aber recht gut mein Rhythmus ein und ich spulte Kilometer um Kilometer in etwa 4:50 min ab.

Getragen vom begeisterten Publikum, das nicht nur im Stadtzentrum die Läuferinnen und Läufer anfeuerte, sondern auch auf den anderen Streckenabschnitten zahlreich vertreten war (laut Veranstalter etwa 300.000), war ich fast überrascht, wie leicht und locker ich vorankam. Nachdem ich die Hälfte der Distanz in 1:42:08 h absolviert hatte, war ich mir sicher, die angepeilten 3:30 h zu unterbieten.

Erst ab Kilometer 30 ging so allmählich die Lockerheit vor allem in der Wadenmuskulatur verloren. Ab Kilometer 35 waren dann auch meine Energiereserven ziemlich aufgebraucht. Cola und Eistee waren deshalb meine wichtigsten Helfer, um die nächsten Kilometer halbwegs unbeschadet zu überstehen. Doch ab Kilometer 40 machte sich dann eine solche Euphorie breit, dass auf den beiden letzten Kilometern alle Schmerzen wie weggeblasen waren und dem "triumphalen" Zieleinlauf über den roten Teppich in die Franfurter Festhalle nichts mehr im Weg stand. Mit der Endzeit von 3:29:09 h war somit mein großes Saisonziel erreicht.

Hier noch ein bisschen Statistik:

Platz 2232 von 7826 männlichen Teilnehmern

Platz 609 von 1879 Teilnehmern in der Altersklasse M40

1. Halbmarathon: 1:42:08 h

2. Halbmarathon: 1:47:01 h

KilometerZeitmin/km
(Gesamt)
min/km
(Teilabschnitt)
5 km0:24:274:534:53
10 km0:48:444:524:51
15 km1:12:484:514:49
20 km1:36:444:504:47
25 km2:01:294:524:57
30 km2:26:044:524:55
35 km2:52:034:555:12
40 km3:18:094:575:13
42,195 km3:29:094:575:01

Harburg Hero am 10.08.2008 

Zum bereits sechsten Mal veranstaltete der TSV Harburg den Harburger Ausdauertag, bei dem drei Disziplinen zu absolvieren sind:

  • 10km Lauf
  • (Sprint-)Triathlon
  • Einzelzeitfahren

Eine ideale Gelegenheit, um endlich meinen ersten (Einzel-)Triathlon zu absolvieren und die realistische Chance, in der Addition aller drei Disziplinen — dem sogenannten "Harburg Hero" — eine respektable Platzierung zu erzielen.

Knapp 50 Läufer machten sich also um 10 Uhr an den Start des 10km Laufes. Bei sommerlichen äußeren Bedingungen sorgte der erste Anstieg gleich kurz nach dem Start dafür, dass meine Betriebstemperatur schnell erreicht war. Ich fand schnell meinen Rhythmus und hielt die angepeilten 4:15 min/km ziemlich gleichmäßig. Zudem konnte ich mich die zweite Hälfte des Rennens an einem vermeintlich "alten Hasen" der TG Victoria Augsburg orientieren, mit dem ich dann auch fast zeitgleich nach 41:56 min die Ziellinie überquerte. Teil 1 war geschafft und dazu noch mit meiner mit Abstand schnellsten 10km Zeit (naja, außer dem Sylvesterlauf 2003 und den obligatorischen 10.000m Läufen während der Bundeswehrzeit gibt's auch keine Vergleiche).

Um 12:30 Uhr stand anschließend der Triathlon auf dem Programm, mit einer Schwimmstrecke von 300m, 4,8km Radfahren und 3,2km Laufen höchstens als Sprint zu bezeichnen. Durch einen schmalen Einstieg ging's in die trübe (und das ist wohl eher noch geschmeichelt) Wörnitz. Ich ordnete mich gleich schon mal hinten ein, da ich schließlich die anderen Teilnehmer nicht durch meine mangelnden Schwimmfähigkeiten behindern wollte. Doch dass ich so drastisch abgehängt werden würde war schon fast peinlich. Gut, ich muss zugeben, dass meine Schimmvorbereitung darin bestand, mir am Vortag wenigstens noch eine neue Badehose zu kaufen. Nach 300m, wovon ich etwa 250m im Bruststil zurücklegen musste, kroch ich aus dem Wasser und machte mich auf die Aufholjagd.

Knapp 5km Radfahren — das sollte keine Schwierigkeiten bereiten. Doch die "Strecke", wenn man überhaupt davon sprechen kann, führte zum größten Teil über nicht einmal gemähte Wiesen. So war es kein Wunder, dass viele Teilnehmer ordentlich durchgeschüttelt wurden und ich viel verlorenen Boden gut machen konnte.

Nach drei Runden mit dem MTB mussten auf dem selben "Parcour" noch zwei Runden gelaufen werden. Beim Wechsel vom Rad zum Laufen fand ich schnell mein Tempo und konnte mich somit nochmals um ein paar Plätze verbessern. Trotz mieserabler Schwimmleistung erreichte ich schließlich Rang 9 von 27 Teilnehmern. Vielleicht ja ein Ansporn, um an meiner ausbaufähigen Schwimmtechnik zu feilen.

Mit Spannung erwartete ich nun das Einzelzeitfahren, schließlich sollte das im Vergleich zu den anderen Wettbewerben meine Paradedisziplin sein. Doch als nach und nach die Spezialisten am Harburger Sportgelände eintrafen, wurde mir schnell klar, dass es jetzt nur noch darum ging, ein vernünftiges Rennen abzuliefern, um in der Gesamtwertung des Harburg Hero möglichst gut abzuschneiden.

Als 13. von 70 Startern verließ ich die Startrampe (fast wie bei den Profis ;-) und machte mich auf die Strecke. Nach ein paar Haken in Harburg und dem ersten Anstieg konnte ich richtig gut Tempo aufnehmen und meinen angepeilten Schnitt von 38 km/h ins Visier nehmen. Trotz Windschattenfahrenverbots waren natürlich auch ein paar Lutscher unterwegs. Besonders drastisch fand ich die beiden (ohne die Namen zu nennen, aber es waren wohl die Nummer 17, der spätere Viertplatzierte, und die Nummer 16), die in bester Paarzeitfahrmanier an mir vorbei rasten (sorry, das ist normalerweise nicht mein Stil, jemanden anzuschwärzen, doch wenn's so offensichtlich ist, find ich das schon ziemlich schwach, schließlich ging's weder um olympische Medaillen, noch um hohe Preisgelder, ihr besch... euch einfach nur selbst). Auch die zweite Runde lief sehr gut und somit erreichte ich mit einem Schnitt von 37,8 km/h als 27. das Ziel.

In der Endabrechnung, sprich in der Addition aller drei Disziplinen, schrammte ich mit Platz 4 knapp am Podium vorbei, konnte mich aber mit der besten Zeitfahrzeit der Harburg Heros mehr als trösten.

Mit der Kombination verschiedener Wettbewerbe an einem Tag ist dem Veranstalter des TSV Harburg ein wie ich meine gutes Konzept gelungen. Die Startgebühren sind moderat und auch die Organisation während des gesamten Tages passt. Schön wäre es, wenn man eine etwas weniger ruppige Radstrecke für den Triathlon finden würde und die Zeitfahrstrecke für den öffentlichen Verkehr sperren könnte, um etliche nicht ganz ungefährliche Stellen, wie kurz vor Harburg durch die Eisenbahnunterführung, zu entschärfen. Trotzdem lautet mein Fazit: gerne wieder!

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