No Limits Snowboardschule Bike und Radsport Langweid

2006

Snow-Rider

Alpenbrevet Challenge am 13.08.2005

266 km, 6620 Höhenmeter, Karte, Höhenprofil

Landschaft

Schwierigkeit

Organisation

sehr gut

Die große Runde des Alpenbrevets könnte nicht passender bezeichnet werden, stellt sie doch tatsächlich eine enorme Herausforderung dar. Bis vor wenigen Jahren galt noch der Ötztaler Radmarathon, den ich 2002 absolvierte, als härtester Alpenmarathon. Vergleicht man die beiden Veranstaltungen rein zahlenmäßig, so entspricht das Alpenbrevet in etwa dem Ötztaler mit anschließender Fahrt von Sölden auf den Rettenbachferner (den die Profis im Rahmen der Deutschlandtour am vergangenen Donnerstag bezwingen mussten).

Um 6:30 Uhr ging's zusammen mit etwa 350 bis 400 weiteren Fahrern an den Start. Zwar hatte der Wetterbericht gutes Wetter vorausgesagt, doch pünktlich zum Start fing es an zu regnen. So war bereits auf den ersten 10km von Andermatt nach Wassen höchste Konzentration gefordert, um bei schlechter Sicht und nasser Fahrbahn nicht schon zu Beginn zu stürzen.

Mit einem Höhenunterschied von gut 1300m und einer Länge von 18km war bereits das erste Hindernis - der Sustenpass - ein ganz schöner Brocken. Auch während der Auffahrt ließ der Regen nicht nach. So hoffte ich, dass wenigstens nach dem Scheiteltunnel der Himmel endlich aufreißen würde. Doch ganz im Gegenteil, nach dem Überschreiten der Passhöhe war die Sicht noch schlechter und es strömte nun wie aus Kübeln. Die anschließende Abfahrt bei Temperaturen von unter 10 Grad und völlig durchnässt war die reinste Hölle. Nach nur wenigen Minuten zitterte mein ganzer Körper. Da war es auch kein Trost, dass es den anderen Fahrern nicht besser erging. Man hätte meinen können, alle seien mit butterweichen Stahlrahmen unterwegs, so zitterten sich alle nach unten. Mir war klar, dass ich niemals die große Runde fahren würde, falls sich dass Wetter nicht bessern würde.

Doch auf dem Weg zum Grimselpass sah die Welt schon wieder anders aus. Schließlich mussten über 1500 Höhenmeter auf einer Strecke von 26km zurückgelegt werden und als es dann auch noch zu regnen aufhörte, war mein Körper wieder schnell auf Betriebstemperatur. Der Pass selbst ist gar nicht so heftig, wie es die Zahlen vermuten lassen. Ich fand schnell meinen Rhythmus und es formierte sich auch eine kleine Gruppe aus etwa gleich starken Fahrern.

Nach der kurzen Verpflegung auf der Passhöhe folgte eine relativ kurze Abfahrt nach Ulrichen, bevor mit dem Nufenen der steilste Pass im Profil stand. Trotz einer durchschnittlichen Steigung von 8% auf einer Länge von 14km und den zwei ersten Pässen bereits in den Beinen lief es immer noch erstaunlich gut. Und die langsam aufreißende Wolkendecke steigerte zusätzlich die Motivation. Auf der Passhöhe hatte der Veranstalter wieder einen reichlich bestückten Verpflegungsposten aufgebaut.

Die anschließende Abfahrt hat dann richtig Laune gemacht. Bei Rückenwind ging's mit rasendem Tempo nach Airolo. Leider hatte mein Tacho bereits nach 50km den Geist aufgegeben (wohl zu viel Wasser "geschluckt"), doch über 80km/h waren's locker.

Die folgende etwa 40km lange und ständig leicht abschüssige Passage hätte eigentlich der Erholung dienen sollen. Stattdessen musste ich mich voll ins Zeug legen, um die Gruppe, die sich hier zusammengefunden hatte, zu halten. Da wurde so ein Höllentempo vorgelegt, dass ich selbst im Windschatten Probleme hatte, nicht den Anschluss zu verlieren. Kurz vor Biasca ließ ich dann doch reißen, um nicht zu viele Körner zu verbraten. Denn schließlich standen nach etwa 4000 Höhenmetern noch zwei weitere Pässe auf dem Programm.

Der Lukmanierpass ist mit seiner Länge von über 40km eher eine mentale Herausforderung. Nach wenigen Kilometern gab's die nächste Verpflegung und dort traf ich dann auch wieder auf die Gruppe, die ich kurz vor Biasca verlor. Ich begab mich schnell auf die Weiterfahrt und fand wieder einen guten Rhythmus. Etwa fünf Kilometer vor der Passhöhe holte mich die Gruppe wieder ein, doch ich konnte deren Tempo ohne große Mühen aufnehmen.

Die anschließende Abfahrt nach Disentis diente nochmals dazu, die Kräfte zu sammeln, um den letzten Pass in Angriff zu nehmen. Wieder fand sich dieselbe Gruppe zusammen und so waren die ersten Kilometer des Oberalppasses bei kräftigem Rückenwind kein Problem. Es lief sogar so gut, dass ich kurz vor den letzten Kehren zur Passhöhe aus der Gruppe herausfahren konnte. Mit der Gewissheit, es gleich geschafft zu haben, mobilisierte ich nochmals ungeahnte Reserven. Ein kurzer Händedruck eines Schweizer Mitfahrers auf dem Pass, ein letztes Mal die Windjacke übergezogen und freudestrahlend hinab ins Tal nach Andermatt.

Mit einer Gesamtzeit von 12:20 Stunden und Platz 71 war ich mehr als zufrieden. Wie sich später herausstellte, haben sich nur 146 Fahrer platziert. Ich vermute mal, dass aufgrund der wirklich miserablen Bedingungen zu Beginn und des knappen Zeitlimits am Abzweig zur Classic-Strecke viele Fahrer den Weg über den Gotthardpass zurück nach Andermatt nehmen mussten.

Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst mal am Alpenbrevet teilzunehmen, dem kann ich nur sagen: absolut empfehlenswert! Wer's nicht ganz so extrem mag, der Veranstalter bietet auch zwei abgespecktere Varianten an.

Maratona dles Dolomiti am 03.07.2005 

147 km, 4345 Höhenmeter, Karte, Höhenprofil

Landschaft

Schwierigkeit

Organisation

sehr gut

Eines meiner Rennrad-Highlights war auch dieses Jahr wieder der Dolomitenmarathon. Neben der traumhaften Landschaft und der perfekten Organisation lockte mich das Ziel, die 6-Stunden-Marke zu knacken, nachdem ich diese ein Jahr zuvor um lediglich vier Minuten verpasst hatte.

Die Vorbereitung in den letzten Wochen vor dem Rennen verlief optimal: insgesamt standen bis Ende Juni knapp 6000km und etwa 40000 Höhenmeter auf der Habenseite (trotz Mandel-OP im Frühjahr). Zur Einstimmung bin ich am Vortag noch von unserem Quartier (meine Frau begleitete mich nach Südtirol) in Corvara nach Arabba und zurück gefahren - also den Campolongopass von beiden Seiten.

Wie bereits in den beiden Jahren zuvor herrschten am Tag des Rennens wieder traumhafte Bedingungen. Keine Wolke am Himmel, nicht zu heiß (mit 7 Grad war's in der Früh sogar ganz schön frisch) und kaum Wind. Außerdem durfte ich aufgrund meiner Zeit vom Vorjahr aus der zweiten Gruppe starten, also kein Gedränge und bereits am ersten Pass freie Fahrt.

Zur Strecke an sich muss ich hier nicht mehr viele Worte verlieren. Über Campolongopass, Pordoijoch, Sellajoch, Grödnerjoch, Campolongopass zum Zweiten, Colle Santa Lucia, Giaupass, Falzaregopass und den Valparolapass bleiben keine Wünsche offen.

Zur zeitlichen Orientierung hatte ich wieder eine Marschtabelle vorbereitet. Ausgehend von den Zwischenzeiten vom Vorjahr hab ich mir die Durchgangszeiten für 6:00 und 5:45 Stunden runter gerechnet. Am Pordoijoch wurde es dann zum ersten Mal spannend: Ich lag genau zwischen den berechneten Werten und es lief bis dahin sehr gut. Am Grödnerjoch war ich dann sogar nur knapp über der 5:45 Durchgangszeit. Die Abfahrt nach Corvara und der Campolongo zum Zweiten waren ebenfalls problemlos. Nach der kurzen Abfahrt nach Arabba kommt es immer darauf an, eine gute Gruppe zu erwischen, um auf dem nur leicht abfallenden Abschnitt keine Zeit zu verlieren. Ich hatte Glück, mich an einen "Zug" hängen zu können, der sich um eine der Top-Frauen auf der langen Distanz bildete (wie sich später herausstellte die 4. im Gesamtklassement der Frauen, Paola Sbrighi). Dazu muss man sagen, dass die Spitzenfahrerinnen stets von einem rein männlichen Team begleitet werden, das für die Tempoarbeit, Verpflegung und sonstige Wasserträgerdienste verantwortlich ist.

Die Stunde der Wahrheit schlug dann wieder am Giaupass (etwa 900 Höhenmeter auf 10km). Sbrighi hatte mich zwischenzeitlich überholt (ich musste einem dringendem Bedürfnis nachkommen), doch schon nach etwa einem Drittel des Passes hatte ich sie wieder in Sichtweite und konnte sie kurze Zeit später sogar überholen. Etwa zwei Kilometer vor der Passhöhe musste ich allerdings etwas herausnehmen, um nicht zu überdrehen. Somit holte mich erst ihr letzter Begleiter ein und kurze Zeit später auch Sbrighi selbst. Gegenüber meiner Marschtabelle waren's auf der Passhöhe dann nur noch drei Minuten, die ich vor dem 6:00 Plan lag - und ich war schon ganz schön platt.

Während der anschließenden Abfahrt konnte ich mich zwar wieder einigermaßen erholen, doch am letzten Pass zum Falzarego/Valparola fehlte einfach der entscheidende Druck auf dem Pedal. Mein Gefühl irrte leider nicht: am Falzarego war ich 2:30 Minuten hinter meinem Plan. Damit war fast schon klar, dass die 6:00 nicht zu packen waren. Schließlich wollte ich auf der letzten Abfahrt kein unnötiges Risiko eingehen. Nun hieß es wenigstens die Zeit vom Vorjahr zu unterbieten. Auf den letzten Kilometern von La Villa nach Corvara hab ich dann auch nochmals alle Kräfte mobilisiert und es hat gerade noch geklappt. Mit einer Endzeit von 6:03:18 war ich 1:16 Minuten schneller als 2004.

Obwohl ich mein erhofftes Ziel damit wieder knapp verpasst hab, bin ich mit dem Ergebnis natürlich trotzdem rundum zufrieden. Von insgesamt 3892 Teilnehmern auf der 147km-Strecke war ich 417. (übrigens 2 Plätze besser als 2004). Unter den 1045 deutschen Teilnehmern sogar 54.

Und eines steht auf jeden Fall wieder fest: 2006 gibt's die nächste Chance ...

RTF Donauwörth am 22.05.2005 

155 km, 1450 Höhenmeter, Karte, Höhenprofil

Landschaft

Schwierigkeit

Organisation

sehr gut

Wie schon 2004 war das Wetter bei der RTF in Donauwörth wieder total besch...eiden. Das war wohl auch der Grund, weshalb sich relativ wenig Leute um sieben Uhr am Stauferpark eingefunden haben (hinterher hab ich noch erfahren, dass es insgesamt gerade mal 135 Teilnehmer waren). Schade, da die Streckenführung wirklich sehr schön ist und auch organisatorisch alles gepasst hat.

So schrumpfte die eh schon kleine Spitzengruppe schnell auf drei Fahrer. Nachdem sich dann auch noch einer meiner beiden Mitstreiter mit einem Platten verabschiedete, waren wir kurz vor Harburg nur noch zu zweit. Mit dem "Bock" steht dort dann auch der größte Berg an (etwa 170 Höhenmeter). Meine Beine waren recht gut an diesem Tag und so war ich nach 100km zunächst alleine unterwegs, ehe sich ein echter "Radpromi" zu mir gesellte: Holger Sievers, Team-Manager und aktiver Fahrer beim Profiteam Lamonta drehte seine Trainingsrunde. Mit allerlei Fachsimpeleien waren so die verbleibenden 50km sehr kurzweilig.

Streckenverlauf: Donauwörth - Zirgesheim - Altisheim - Leitheim - Lechsend - Marxheim - Rennertshofen - Mauern - Ellenbrunn - Hütting - Wellheim - Konstein - Tagmersheim - Blossenau - Natterholz - Daiting - Hochfeld - Itzing - Flotzheim - Fünfstetten - Mühlen - Bühl - Heroldingen - Katzenstein - Harburg - Mönchsdeggingen - Hohenaltheim - Hürnheim - Christgarten - Aufhausen - Bollstadt - Oberringingen - Thalheim - Tuifstädt - Untermagerbein - Burgmagerbein - Bissingen - Unterbissingen - Oppertshofen - Brachstadt - Erlingshofen - Riedlingen - Donauwörth

RTF Kaufering am 01.05.2005 

149 km, 1256 Höhenmeter, Karte, Höhenprofil

Landschaft

Schwierigkeit

Organisation

sehr gut

Traditionell wird in Kaufering die RTF Saison in Bayern gestartet. Nachdem mir die Tour im Jahr zuvor recht gut gefallen hat, wollte ich auch dieses Jahr wieder einen ersten Formtest unternehmen.

Bei optimalen Wetterbedingungen fand sich gleich vom Start weg eine gut funktionierende Gruppe. Bis auf zwei, drei "Lutscher" beteiligten sich alle an der Führungsarbeit. Damit war allerdings am Aufstieg bei Schlag wieder Schluss. Im Stile eines Ausscheidungsrennens wurde dort wie schon im Jahr zuvor die Gruppe gesprengt. Im Anschluss bildeten sich nur noch kleine Grüppchen, doch die letzten knapp 50km führen sowieso meistens leicht bergab.

Vom Veranstalter gibt's wiederum nur gutes zu berichten. Perfekt ausgeschilderte Strecke und reichhaltiges Verpflegungsangebot - zu einem Preis von nach wie vor nur 5 Euro.

Streckenverlauf: Kaufering - Epfenhausen - Weil - Geretshausen - Schwabhausen - Eresing - Windach - Achselschwang - Finning - Dettenhofen - Aptsried - Rott - Seehäusle - Zellsee - Paterzell - Peißenberg - Schlag - Kronau - St. Leonhard - Birkland - Apfeldorf - Kinsau - Hohenfurch - Altenstadt - Schwabbruck - Ingenried - Königsried - Bidingen - Tremmelschwang - Ödwang - Osterzell - Frankenhofen - Helmishofen - Aufkirch - Blonhofen - Gerbishofen - Asch - Unterdießen - Ellighofen - Erpfting - Igling - Kaufering

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