Trainingstagebuch

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Ich weiß ja nicht wie's Euch geht, bei mir jedenfalls spielt die Verwaltung meiner Trainingsdaten keine unbedeutende Rolle in Bezug auf meine Motivation. So endet eine Trainingseinheit noch nicht nach dem Wegräumen des Rennrades, sondern erst nach der Erfassung der Trainingsdaten am PC.

Dabei hab ich im Lauf der letzten Jahre die Verwaltung und Analyse meiner Trainingsdaten ständig verfeinert (und das werde ich auch in Zukunft wohl noch tun). Den aktuellen Stand möchte ich Euch hier ein wenig näher bringen.

Werkzeuge 

Folgende Werkzeuge benutze ich zur Verwaltung und Analyse meiner Trainingsdaten:

Trainingsdaten 

Mit den oben genannten Werkzeugen ermittle ich folgende Daten:

Auswertung 

Neben dem subjektiven Gefühl über die derzeitige Form/Fitness ist es natürlich interessant, auch eine quantitative Aussage treffen zu können. Ein Wert, der dazu dienen kann, ist das Verhältnis aus der erbrachten (mechanischen) Leistung P und der Differenz aus dem Durchschnittspuls hf und dem Ruhepuls rp.

Fitness = P / (hf - rp)

Zur Ermittlung der erbrachten Leistung kommt nun ein wenig Physik (und Mathematik) ins Spiel. Außerdem müssen ein paar vereinfachende Annahmen getroffen werden. Zunächst gilt folgende Abhängigkeit zwischen der Leistung P und der Geschwindigkeit v (bei Windstille):

P = (cr * m * g + k * m * g + p * cw * A * v2) * v

mit den Parametern:

Nun müssen noch die gefahrenen Höhenmeter h ins Spiel gebracht werden. Dabei treffe ich folgende Annahmen:

Die gesamte Strecke s teile ich nun in drei Abschnitte ein:

Damit ergibt sich

P = (t0 * P0 + t1 * P1 + t2 * P2) / t

mit P0, P1 und P2=0 die auf dem jeweiligen Abschnitt zu erbringenden Leistungen und t0, t1 und t2 die dafür benötigten Zeiten.

Nun müssen noch die Geschwindigkeiten und die Fahrzeiten für die einzelnen Streckenabschnitte ermittelt werden. v2 läßt sich aus der Abhängigkeit P2 = 0 als Lösung der Formel zur Berechnung der Leistung in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit berechnen. Mit der Annahme, dass die Gesamtdurchschnittsgeschwindigkeit gleich der Geschwindigkeit auf dem Flachstück ist (ansonsten wird's richtig kompliziert), also v0 = v = s / t, ergibt sich für v1

v1 = v / (2 - v/v2).

Für die Teilstrecken gilt

s0 = s - s1 - s2 = s - 2 * s1 und

s1 = s2 = h * (1 + k2)0,5 / k

und damit ergeben sich für die Fahrzeiten

t0 = s0 / v0 = (s - 2 * s1) / s * t,

t1 = s1 / v1 und

t2 = s2 / v2.

Beispielrechnung 

Hier nun ein Zahlenbeispiel, damit's ein wenig "griffiger" wird. Gegeben sind:

Mit einem Gesamtgewicht von 78kg (Fahrer und Rennrad) und Standardwerten für die übrigen Parameter erhält man nun:

v2 = 15,16 m/s = 54,6 km/h

v0 = v = 8,333 m/s = 30 km/h

v1 = 5,75 m/s = 20,7 km/h

s1 = s2 = 16,4 km

s0 = 67,2 km

t0 = 8064 s = 2h 14min 24s

t1 = 2852 s = 47min 32s

P0 = 114,19 Watt

P1 = 266,53 Watt

P2 = 0 Watt

P = 140,12 Watt

Fitness = 140,12 / (140 - 48) = 1,52

Um ein besseres Gefühl für diesen Wert zu bekommen: Fährt man dieselbe Strecke 20 Minuten schneller, so liegt die Leistung bei 173,87 Watt. Bei einem Durchschnittspuls von 162 Schlägen würde sich dann ebenfalls ein Fitnesswert von 1,52 ergeben.

Schwachstellen 

Aufgrund der getroffenen Vereinfachungen hat dieses Modell natürlich einige Schwachstellen:

Wer trotzdem meint, die hier vorgestellte Methodik könnte etwas mehr Transparenz in die Trainingsanalyse bringen, kann sich zwecks weiterer Details gerne mit mir in Verbindung setzen.