Im Isarwinkel

Streckenlänge: 130km, Höhendifferenz: 1600m, Karte, Höhenprofil

Bewertung

Landschaft:
Charakter: leichte Voralpentour
Straße/Verkehr: Nebenstrecken mit wenig Verkehr, aber auch stark befahrene Abschnitte (hängt von der Jahreszeit und vom Wochentag ab)

Diese Tour als echte Pässetour zu bezeichnen ist zwar etwas übertrieben, doch die insgesamt 1600 Höhenmeter, die zu überwinden sind, erfordern zumindest ein solides Grundlagenniveau.

Der erste Abschnitt führt über die Kesselbergstraße von Kochel am gleichnamigen See zum Walchensee. Dann geht es auf der Bundesstraße 11 weiter bis Wallgau. Während hier der Verkehr schon mal nerven kann, fährt man den folgenden Abschnitt fast ungestört, da kurz nach dem Abzweig in Wallgau in Richtung Vorderriß für motorisierte Verkehrsteilnehmer eine Maut fällig ist. Außerdem geht es fast ständig leicht bergab, sodass man das schöne Isartal in vollen Zügen genießen kann. Von Vorderriß aus geht's anschließend über Hinterriß zum Großen Ahornboden (ebenfalls mautpflichtig). Nach Vorderriß zurückgekehrt führt die Strecke nun wieder etwas verkehrsreicher auf der Bundesstraße 307 zum Sylvensteinsee. Herrlich gelegen überquert man diesen, um wenig später in die Bundesstraße 13 zu münden, die uns bis kurz vor Lenggries führt. Hier muss man ein wenig aufpassen, damit man den Wegweiser in die Jachenau, ein ruhiges Seitental der Isar, nicht verpasst. Dort kann man sich wieder voll und ganz der schönen Landschaft widmen, da kaum Verkehr herrscht und der Streckenverlauf weitestgehend eben verläuft. Erst etwa 3km nach der Ortschaft Jachenau, wenn man die Hauptstraße verläßt, um in Richtung Sachenbach in ein kleines Sträßchen zu biegen, heißt es nochmals kräftig in die Pedale treten. Nach knapp 100 überwundenen Höhenmetern geht's auf der engen mit Schlaglöchern versetzten Straße wieder zum Walchensee und von dort über die Kesselbergstraße (in entgegengesetzter Richtung) zurück nach Kochel.

Streckenverlauf: Kochel am See - Urfeld - Walchensee - Einsiedl - Wallgau - Vorderriß - Hinterriß - Eng (Großer Ahornboden) - Hinterriß - Vorderriß - Sylvensteinsee - Winkel Wegscheid - Jachenau - Sachenbach - Urfeld - Kochel


Oberbayrische Voralpenrunde 

Streckenlänge: 125km, Höhendifferenz: 1670m, Karte, Höhenprofil

Bewertung

Landschaft:
Charakter: mittelschwere Voralpentour
Straße/Verkehr: zwischen Schliersee und Bayrischzell starker Verkehr, ansonsten überwiegend wenig Verkehr; die Mautstraße hinter Rottach-Egern teilweise in schlechtem Zustand; die Abfahrt von Tatzelwurm nach Oberaudorf teilweise eng und unübersichtlich

Diese Tour wartet gleich mit mehreren lanschaftlichen Highlights auf. Zum einen führt sie an mehreren wunderschön gelegenen oberbayrischen Seen vorbei und zum anderen liegen auch markante Berge wie der Wendelstein direkt an der Strecke.

Die Tour beginnt in Gmund am Tegernsee und führt zunächst direkt am Ufer dessen in Richtung Süden bis Rottach-Egern. Hier muss man auf den Wegweiser nach Enterrottach / Valepp achten. Die Straße dorthin ist kurz nach Rottach-Egern mautpflichtig, sodass kaum Verkehr herrscht. Trotzdem sollte man auf der teilweise sehr engen Straße vor allem auf den Gegenverkehr achten, insbesondere den hier verkehrenden Linienbus! Auf dem Weg nach Valepp passiert man zum ersten mal die 1000m-Marke. Kurz vor Valepp geht's dann links ab Richtung Spitzingsee. Auf der weiterhin sehr schmalen Straße, die bis auf den Linienbus nun komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt ist, müssen nun nochmals gut 200 Höhenmeter bis zum sehr idyllisch gelegenen Spitzingsee (mit gleichnamigen Sattel) überwunden werden. Nach rasanter Abfahrt erreicht man die Bundesstraße 307, auf der es in Richtung Bayrischzell weitergeht. Die 10km bis dorthin sind leider sehr stark befahren und wenig attraktiv, doch ab Bayrischzell wird's wieder interessant.

Direkt am markantesten Berg Oberbayerns, dem Wendelstein, führt die Route über die Sudelfeldstraße weiter in Richtung Osten. Und hier kommt auch zum ersten mal richtiges Pässe-Feeling auf. Über mehrere Kehren müssen etwa 350 Höhenmeter überwunden werden. Die Passhöhe selbst hat nichts zu bieten, die etwa 15km lange Abfahrt in's 650m tiefer gelegene Inntal um so mehr. Hier zeigt sich die oberbayrische (Vor-)alpenlandschaft mit all ihren Reizen. Im Inntal angelangt folgt man am besten den Wegweisern in Richtung Kufstein. Kurz bevor man jedoch die Stadt(-mitte) erreicht geht's rechts ab Richtung Thiersee, ein ruhiges Seitental mit gleichnamigem See. Zunächst gewinnt man über ein paar Kehren rasch an Höhe, später geht's kaum mehr merklich bergauf, bis man schließlich den Ursprungpass erreicht, der gleichzeitig den Grenzübertritt von Österreich nach Deutschland darstellt. Kurze Zeit später erreicht man wieder Bayrischzell und über die Bundesstraße 307 (diesmal in entgegengesetzter Richtung) den Schliersee.

Der letzte Tagesabschnitt führt dann über Hausham zurück nach Gmund. Gerade an Wochenenden muss man hier mit ordentlichem Verkehr rechnen. Hat man sich zuvor die Kräfte nicht gut eingeteilt, macht einem das ständige auf und ab zusätzlich zu schaffen. Doch (zumindest in den Sommermonaten) lädt der Tegernsee zurück am Ausgangspunkt zu einem kühlen Bad ein, bei dem sich die Muskulatur wieder schnell erholen sollte.

Streckenverlauf: Gmund am Tegernsee - Tegernsee - Rottach-Egern - Enterrottach - Sutten - Valepp - Spitzingsee - Bayrischzell - Sudelfeld - Niederaudorf - Oberaudorf - Mühlbach - Kiefersfelden - Kufstein - Thiersee - Landl - Ursprungpass - Bayrischzell - Neuhaus - Schliersee - Hausham - Gmund


Drei-Länder-Tour 

Streckenlänge: 305km, Höhendifferenz: 2500m, Karte, Höhenprofil

Bewertung

Landschaft:
Charakter: sehr schwere Langstreckentour
Straße/Verkehr: bis Schongau wenig Verkehr, ab Schongau mäßiger bis starker Verkehr, teilweise aber Radwege; sehr starker Verkehr auf der Brennerbundesstraße

Diese Tour ist die längste Tagestour, die ich je gefahren bin (seit dem 11.09.2006 nicht mehr). Und ich glaub auch die härteste (selbst nach dem Ötztaler war ich nicht so platt). Ziel war es, von meinem Wohnort (damals noch Nordendorf, ca. 30km nördlich von Augsburg) an einem Tag nach Italien zu fahren.

Die Strecke kannte ich schon von einer Mehrtagesfahrt nach Pisa. So wußte ich, dass es bis Sterzing etwa 300km sein mussten (waren auf dem Weg nach Pisa die beiden ersten Tagesetappen). Den Zirler Berg (Verbindung von Mittenwald nach Innsbruck) wollte ich allerdings dieses mal umfahren, da er offiziell für Radfahrer gesperrt ist. So wählte ich die Variante über den Mösernen Sattel, was noch ein paar zusätzliche Kilometer bedeutete.

Doch zunächst führt die Strecke erst einmal eher langweilig etwa 90km immer im Lechtal bis Schongau. Ab dort beginnt es dann langsam etwas hügeliger zu werden. Ganz nett ist die Abfahrt von Kloster Ettal in Richtung Garmisch. Bis Mittenwald ist zwar die umgebende Landschaft insbesondere mit dem Blick auf die Zugspitze sehr schön, die Strecke führt allerdings an der sehr stark befahrenen Bundesstraße 2 in Richtung Süden, zwar zumeist auf Radwegen, trotzdem aber etwas nervig. In Mittenwald verläßt man dann die Fernverkehrsroute, um über das Leutaschtal und den Mösernen Sattel ins Inntal zu gelangen. Auf der sogenannten Dörferlinie verläuft die Tour dann von Telfs im Inntal weiter bis Innsbruck. Die ständigen kurzen Steigungen zehren dann schon mächtig, schließlich hat man zu diesem Zeitpunkt schon gut über 200km in den Beinen.

Dann kam's allerdings knüppeldick. Der Brenner ist ja normalerweise ein sehr leichter Pass. Doch nach 250km erscheint einem die zwar nicht steile aber lange Anfahrt bis zur Passhöhe schier endlos. Nachdem dann auch noch der Hungerast mit voller Kraft zuschlug, war ich der Aufgabe sehr nahe. Welche Kräfte mich doch noch nach oben führten, ist mir heute noch ein Rätsel. Nach etwas über 12 Stunden war's dann endlich geschafft, völlig ausgepowert erreichte ich das Ziel Sterzing.


Nordtirol-Tour 

Streckenlänge: 150km, Höhendifferenz: 2400m, Karte, Höhenprofil

Bewertung

Landschaft:
Charakter: schwere Alpentour
Straße/Verkehr: überwiegend Nebenstrecken mit wenig Verkehr

Diese (beinahe) Rundtour verbindet drei Pässe und erfordert mit ihren fast 2500 Höhenmetern auf 150km schon einiges an Kraft und Kondition.

Küthaisattel Start und Ziel ist Mittenwald. Über das Leutaschtal führen zwei Varianten ins Inntal. Ob man nun erst über den Buchensattel nach Telfs fährt und auf dem Rückweg den Mösernen Sattel überquert oder umgekehrt, bleibt jedem selbst überlassen. Von Telfs führt die Strecke dann flußaufwärts auf der Bundesstraße 171, bis man nach etwa 20km links ins Ötztal abbiegt, wo man nach wenigen Kilometern den gleichnamigen Ort Ötz erreicht. Hier beginnt nun die Passstrecke hinauf zum Kühtai-Sattel. Der extrem unrhythmische Verlauf ist vielleicht nicht jedermanns Sache (Steigungen bis 16%). Mir selbst gefällt der Pass sehr gut. Die Passhöhe ist eher unspektakulär (die Wintersaison lässt grüßen!), die Abfahrt durch Sellraintal hat's allerdings mächtig in sich. Risikofreudige Fahrer können hier persönliche Geschwindigkeitsrekorde aufstellen. Das Inntal erreicht man in Kematen. Von dort führt die Route über die sogenannte Dörferlinie zurück nach Telfs. Egal ob man nun über den Buchensattel oder den Mösernen Sattel ins Leutaschtal fährt, die etwa 600 Höhenmeter, die bei beiden zu überwinden sind, haben's nochmal in sich. Dafür kann man es dann auf dem Rückweg bis Mittenwald ruhig angehen lassen, schließlich geht's die letzten 20km nur noch leicht bergab.

Streckenverlauf: Mittenwald - Leutasch - Buchensattel - Telfs - Rietz - Silz - Haiming - Ötz Kühtai - St. Sigmund - Gries - Sellrain - Kematen - Unterperfuss - Inzing - Hatting - Polling - Flaurling - Pfaffenhofen - Telfs - Mösern - Seefeld - Leutasch - Mittenwald


Vom Pitztal ins Kaunertal 

Streckenlänge: 135km, Höhendifferenz: 3300m, Karte, Höhenprofil

Bewertung

Landschaft:
Charakter: sehr schwere Alpentour
Straße/Verkehr: überwiegend wenig Verkehr; teilweise starkes Gefälle und enge Kehren von der Pillerhöhe in's Kaunertal

Blick ins Kaunertal Die Kaunertaler Gletscherstraße bis auf eine Höhe von 2750m am Fuß der 3500m hohen Weißseespitze ist für sich alleine schon eine sehr lohnende Tour. Wer noch ein paar Höhenmeter draufpacken möchte, fährt im Pitztal los und muß somit die Pillerhöhe in beiden Richtungen überwinden.

Gepatschstausee Start und Ziel der Tour ist Wenns am Anfang des Pitztals. Dort beginnt auch direkt der Anstieg zur Pillerhöhe, der aber eher moderat ausfällt, im Vergleich dazu, was man noch vor sich hat. Kurz nach der Passhöhe, am sogenannten "Gachen Blick", hat man einen sehr schönen Ausblick ins Inntal. Die Abfahrt nach Kauns ist nicht ganz ungefährlich. Die Straße ist teilweise ziemlich eng, führt immer wieder an unübersichtlichen Hofausfahrten vorbei und hat sehr spitze Kehren.

Blick Richtung Gletscher Die Kaunertaler Gletscherstraße kann man in zwei Abschnitte einteilen. Der erste bis zum Gepatsch Stausee ist mit Ausnahme der letzte Kilometer eher flach. Nach den 6km entlang des Stausees ändert sich dies allerdings schlagartig, denn auf den nächsten 10km sind immerhin 1000 Höhenmeter zu überwinden. Doch auch landschaftlich ist einiges geboten. Denn oben angekommen findet man sich inmitten der hochalpinen Gletscherwelt wieder.

Gacher Blick Den Rückweg sollte man ruhig erst mal gelassen angehen. Schließlich sind zurück über die Pillerhöhe nochmals etwa 600 Höhenmeter zu bewältigen, noch dazu mit ein paar sehr giftig steilen Abschnitten. In Wenns angekommen könnte man dann die Tour beenden oder aber noch ins Pitztal fahren, das lanschaftlich ebenfalls sehr reizvoll ist. Fährt man zum Beispiel bis St. Leonhard und wieder zurück, so kommt man auf die oben angegebenen Daten.

Streckenverlauf: Wenns - Piller - Pillerhöhe - Kauns - Kaltenbrunn - Feichten - Gepatsch Stausee - Talschluss - Gepatsch Stausee - Feichten - Kaltenbrunn - Kauns - Pillerhöhe - Piller - Wenns - St. Leonhard im Pitztal - Wenns


Sella-Runde 

Streckenlänge: 65km, Höhendifferenz: 2000m, Karte, Höhenprofil

Bewertung

Landschaft:
Charakter: mittelschwere Alpentour
Straße/Verkehr: mäßiger Verkehr auf überwiegend gut ausgebauten Passstraßen

Grödnerjoch Die Sella-Runde, im Herzen der Dolomiten gelegen, zählt sicherlich zu den Klassikern unter den Pässetouren. Denn auf einer Strecke von nur gut 60km kann man vier Pässe überqueren, wovon drei auf deutlich über 2000m liegen. Und auch landschaftlich ist diese Tour kaum zu überbieten, ist man doch ständig von den mächtigen Felswänden und -türmen der Dolomiten umgeben.

Sellajoch Verkehrsmäßig ist diese Region sehr gut erschlossen. Deshalb kann man die Runde auch von verschieden Orten starten, je nachdem von wo aus man anreist. Ob es eine zu bevorzugende Richtung gibt, in der die Runde gefahren werden soll, kann ich nicht beurteilen. Ich selbst startete in Canazei im Fassatal und überquerte die Pässe gegen den Uhrzeigersinn. Das heisst, dass als erstes das Pordoijoch zu bewältigen ist. Aufgrund der sehr gleichmäßigen Steigung machen die etwa 800 Höhenmeter keine Schwierigkeiten. Die anschließende Abfahrt nach Arabba ist sehr kurvenreich aber übersichtlich, sodass die Blicke auch mal auf die reizvolle Landschaft schweifen können. In Arabba geht's dann links ab in Richtung Corvara. Der Campolongopass, der dabei zu überwinden ist, ist wohl der unspektakulärste von den vier Pässen. Die nicht einmal 300 Höhenmeter sind schnell genommen und auch die Abfahrt durch weit gezogene Kehren wird schnell gemeistert. Auf dem Weg zum Grödnerjoch, das nun von Corvara aus als nächstes in Angriff genommen wird, sind auch Passagen mit über 10% Steigung dabei. Insgesamt aber zählt auch dieser Pass nicht zu den schwersten und so kann man auch hier wieder die bizarre Gebirgswelt rund um den Sellastock genießen, bevor es in den letzten Pass geht, dem Sellajoch. Nach kurzer Abfahrt muss man nochmals etwa 300 Höhenmeter bis zur Passhöhe meistern. Das Ziel schon in Sichtweite geht's nun noch einmal knappe 800 Höhenmeter wieder zurück zum Ausgangspunkt Canazei.

Streckenverlauf: Canazei - Pordoijoch - Arabba - Campolongopass - Corvara - Grödnerjoch - Sellajoch - Canazei


Bozner Vier-Pässe-Tour 

Streckenlänge: 138km, Höhendifferenz: 3000m, Karte, Höhenprofil

Bewertung

Landschaft:
Charakter: sehr schwere Alpentour
Straße/Verkehr: in und um Bozen sehr starker Verkehr, auch auf der Südtiroler Weinstraße über Kaltern nach Bozen, ansonsten mäßiger bis wenig Verkehr; gut ausgebaute Passstraßen

Diese Tour führt zwar nicht über die bekanntesten Pässe, dennoch ist sie mehr als ein Geheimtip. Nicht nur die landschaftlichen Leckerbissen wie das Schlernmassiv oder der Rosengarten machen diese Tour interessant sondern auch ihre sehr anspruchsvolle Charakteristik.

Karerpass Ausgangspunkt der Tour ist Bozen. Leider muss man sich durch die oft verstopfte Innenstadt quälen und auch die paar Kilometer auf der Brennerbundesstraße Richtung Norden sind nicht gerade ein Vergnügen. In Blumau allerdings, wo man diese verläßt um in Richtung Nigerpass abzubiegen, ändert sich dies schlagartig. Verkehr ist kaum noch vorhanden. Praktisch ab der Abzweigung geht's dafür gleich ordentlich zur Sache. Mit Steigungen von bis zu 15% gewinnt man schnell an Höhe gegenüber dem Eisacktal. Hat man diesen Abschnitt geschafft, sollte man die folgenden Kilometer, die fast eben verlaufen, nutzen, um dann den zweiten Abschnitt des Nigerpasses zu meistern. Auch hier warten wieder steile Passagen mit 14% und ein kurzer Abschnitt mit sogar 20%! Doch glücklicherweise ist man von der herrlichen Landschaft ziemlich abgelengt. Während zunächst das mächtige Schlernmassiv dominiert, kommen weiter oben immer mehr die spitzen Pfeiler des Rosengartens zum Vorschein. Von der Passhöhe des Nigerpasses bis zum Karerpass verläuft anschließend eine herrliche Panoramastraße. Diese führt fast eben auf einer Höhe von etwa 1700m gut 6km am Rosengartenmassiv entlang und macht ihrem Namen alle Ehre. Bei schönem Wetter sieht man in Richtung Westen bis zum Ortlermassiv. An der folgenden Abzweigung führt die Tour eigentlich rechts weiter, doch sollte man die wenigen Meter in die andere Richtung zum Karerpass ruhig noch mitnehmen, so leicht kommt man selten zu einem Alpenpass.

Von der eher unattraktiven Passhöhe geht's nun erst einmal 800 Höhenmeter in Richtung Bozen bergab. Auf der sehr gut ausgebauten Straße kommt man zügig voran. Aufpassen sollte man allerdings am Karersee. Die Massen von Touristen, die hier die Straße vom Busparkplatz zum See überqueren, scheinen den Verkehr und insbesondere Radfahrer zu ignorieren.

Lavazejoch In Birchabruck (Ponte Nova) verlässt man die Hauptstraße und biegt links ab in Richtung Lavazejoch. Mit langen Passagen mit 13% Steigung haben es die fast 1000 Höhenmeter ganz schön in sich. Außerdem fährt man bis kurz vor der Passhöhe ständig im Wald, wodurch einem die 12km wesentlich länger erscheinen. Allein die Aussicht aber, die man dann von dort oben genießen kann, lohnt die Mühe. Ähnlich wie den Karerpass, bekommt man vom Lavazejoch aus das Joch Grimm nahezu geschenkt. 200 Höhenmeter auf 4km Länge sollten nun auch nicht mehr abschrecken. Leider ist diese Straße nur bis zur Passhöhe asphaltiert, so dass man auf selber Strecke wieder zum Lavazejoch zurück muss.

Joch Grimm Die folgende Abfahrt nach Cavalese ist streckenweise steil (15%) und unübersichtlich, also Vorsicht. Auf dem Weiterweg nach Kaltenbrunn (Fontanefredde) müssen noch einmal 100 Höhenmeter überwunden werden, ehe es dann nochmals etwa 800 Höhenmeter hinunter ins Etschtal geht, die letzten Kilomter sehr Kehrenreich und mit toller Aussicht auf die gegenüberliegenden Weinhänge entlang der Südtiroler Weinstraße. Diese bildet auch den letzten Abschnitt zurück nach Bozen. Durch berühmte Weinorte wie Tramin und Kaltern und am gleichnamigen See vorbei ist dies nochmals ein Highlight der Tour - vorausgesetzt, man hat sich noch ein paar Körner aufgespaart, denn der Streckenverlauf ist recht hügelig. Mir selbst ist es nämlich so ergangen, dass dort der gefürchtete Hungerast zugeschlagen hat. Statt genießen war das Motto also Zähne zusammen beißen und durchhalten bis Bozen. Trotzdem ist dies eine meiner schönsten Tagestouren.


Rund um die Allgäuer Alpen 

Streckenlänge: 225km, Höhendifferenz: 3482m, Karte, Höhenprofil

Bewertung

Landschaft:
Charakter: sehr schwere Alpentour
Straße/Verkehr: Sehr gut ausgebaute Straßen; Teile der Strecke (insbesondere Oberjoch) sind auch bei Motorradfahrern sehr beliebt, deshalb Vorsicht!

Die Allgäuer Alpen sind meiner Meinung nach eine der schönsten Landschaften Deutschlands. Was liegt also für einen passionierten Rennradler näher, als diese zu umrunden.

Haldensee im Tannheimer Tal Prinzipiell kann man den Startort der Tour beliebig auswählen und auch eine zu bevorzugende Richtung kann ich hier nicht empfehlen. Beginnt man die Tour allerdings in Weißenbach im Lechtal und zwar gegen den Uhrzeigersinn, so verlaufen die letzten 50km überwiegend bergab, was in Anbetracht der Länge der Tour von Vorteil sein kann. So geht's gleich mit dem ersten "Pässchen" - dem Gaichtpass - los. Das Tannheimer Tal, das man anschließend in seiner ganzen Länge durchfährt, ist vor allem bei Wanderern sehr beliebt. Über den Oberjochpass verlässt man anschließend Österreich. Die sehr kurvenreiche Strecke über Hindelang nach Sonthofen ist auch bei Motorradfahrern sehr beliebt, deshalb Vorsicht!

Riedbergpass Der nächste Abschnitt der Tour führt über Deutschlands höchsten Pass, den Riedbergpass. Dabei bietet sich an, nicht auf der Bundesstraße in Richtung Oberstdorf zu fahren, sondern die kaum befahrene Nebenstrecke über Ofterschwang und Bolsterlang nach Obermaiselstein zu wählen. Von dort beginnt dann die berüchtigt steile Rampe mit längeren 16% Abschnitten. Während der anschließenden Abfahrt über Balderschwang und Hittisau kann man sich jedoch wieder sehr gut erholen, ehe man in Egg an der Bregenzer Ache, dem mit etwa 550m tiefsten Punkt der Tour angekommen ist.

Schmalspurbahn an der Bregenzer Ache Von dort geht es nun wieder in Richtung Osten immer der Bregenzer Ache entlang. Wenn man Glück hat, begegnet einem auch die museumsreife Schmalspurbahn, die teilweise parallel zur Straße verläuft.

Furkajoch Von Au aus sollte man unbedingt einen Abstecher zu den beiden Pässen Furkajoch und Faschinajoch machen. Läßt man die beiden Pässe rechts liegen, spart man sich allerdings etwa 40km und 1100 Höhenmeter, also nur bei ausreichender Kondition wagen, sonst könnte der Rückweg hart werden. Schließlich liegen mit dem Hochtannbergpass immerhin nochmals etwa 900 Höhenmeter vor einem. Dafür verlaufen dann aber die restlichen 50km fast ausnahmslos bergab, sodass man die schöne Landschaft nochmals in vollen Zügen genießen kann.


Vorarlberger Fünf-Pässe-Rundfahrt 

Streckenlänge: 203km, Höhendifferenz: 3766m, Karte, Höhenprofil

Bewertung

Landschaft:
Charakter: sehr schwere Alpentour
Straße/Verkehr: größtenteils sehr gut ausgebaute Straßen; teilweise erheblicher Verkehr (Arlbergpass, Paznauntal)

Diese sehr schwere Alpentour führt über fünf Pässe im Westen Österreichs, wobei der Großteil der Strecke in Vorarlberg verläuft. Höhepunkt der Rundfahrt ist sicherlich die Silvretta-Hochalpenstraße. Um die Tour an einem Tag zu bewältigen sollte man schon einige Trainingskilometer und vor allem Höhenmeter in den Beinen haben. Trotzdem muss man für die Runde etwa 8-10 Stunden einplanen.

HochtannbergpassGalerie zum Faschinajoch Ausgangsort ist Warth im hinteren Lechtal auf einer Höhe von knapp 1500m. Von dort geht es gleich mit Steigungen bis zu 9% die ersten 5km bergauf bis zum Hochtannbergpass. Die Abfahrt nach Au ist im oberen Teil sehr kurvenreich, die letzten 10km verlaufen hingegen eher gerade und somit erreicht man recht schnell die Abzweigung nach Damüls zum Faschinajoch. Hier erwarten einen dann gleich im unteren Teil Rampen mit bis zu 14%. Insgesamt verläuft der etwa 11km lange Anstieg, auf dem knapp 700 Höhenmeter zu überwinden sind, ziemlich unrhythmisch. Die anschließende Abfahrt in Richtung Südwesten ist wiederum kurvenreich, weist aber ein sehr gleichmäßiges Gefälle auf. Bei der Ortschaft Sonntag-Garsella zweigt die Straße in Richtung Bludenz ab. Die 300 Höhenmeter, die auf den nächsten 5km bis Ragall gemeistert werden müssen, sollte man nicht unterschätzen, immerhin werden Spitzen von 13% erreicht. Bis Bludenz geht's dann nochmals über 400 Höhenmeter bergab, wobei die Besiedlung immer dichter wird und damit auch der Verkehr zunimmt. Zwar sind teilweise Radwege vorhanden, doch die Beschilderung führte bei mir jedenfalls zu leichten Verwirrungen, weshalb ich mich dann doch entschloss, auf der Straße zu bleiben.

Silvretta-Stausee Ab hier beginnt nun nach immerhin schon 65km und 1200 Höhenmeter der insgesamt 43km lange Anstieg zur Bielerhöhe. Zunächst kann man bis Schruns einen Radweg benutzen, der zumeist direkt an der Ill entlang führt und größtenteils im Schatten verläuft. Ab Schruns muss man wieder auf die Straße, da der Radweg dann nur noch teilweise asphaltiert ist. Die für Kfz mautpflichtige Straße beginnt kurz hinter Partenen. Von dort sind es noch 15km und etwa 1000 Höhenmeter, die sich Kehre für Kehre nach oben winden. Entlang des Vermunt-Stausees auf 1750m kann man sich kurz erholen, ehe die restlichen 300 Höhenmeter bis zur Passhöhe in Angriff genommen werden. In den Sommermonaten trifft man hier auf ziemlich viele Touristen. Sogar eine Bootsfahrt auf dem herrlich gelegenen Silvretta-Stausee ist möglich. Im Hintegrund ragen mehrere Dreitausender in den Himmel, die teilweise vergletschert sind.

Nun verläßt man Vorarlberg über das tiroler Paznauntal. Bekannt sind hier vor allem das durch ein verheerendes Lawinenunglück berühmt gewordene Galtür und der Wintersportort Ischgl. Bis nach Pians kurz vor Landeck geht es immerhin 40km fast kontinuierlich leicht bergab.

Galerie zum Flexenpass Nach über 2500 Höhenmetern zeigt der Fahrradcomputer nun schon 150km an, bevor der nächste große Brocken in Angriff genommen werden muss. Denn bis zum Arlbergpass sind es nochmals 30km und über 900 Höhenmeter. Zunächst muss man einige Kilomter auf der viel befahrenen Bundesstraße vorlieb nehmen. Von Flirsch bis St. Anton kann man glücklicherweise auf eine Nebenstraße ausweichen. Nachdem bis St. Anton die Strecke nur leicht ansteigt, beginnt dort der letzte steile etwa 7km lange Abschnitt mit bis zu 13%. Nach insgesamt 180 bis zur Passhöhe zurückgelegten Kilometern kann man sich anschließend nochmals kurz erholen, bevor die Flexenstraße zum gleichnamigen Pass abzweigt. Jetzt heißt es nochmals die letzten Reserven zu mobilisieren, um die knapp 200 Höhenmeter bis zur Passhöhe, die größtenteils durch eine Galerie verlaufen, zu überwinden. Hat man das geschafft, so kann man die restlichen Kilometer bis zum Ausgangspunkt fast rollen. Erst kurz vor Warth kommt nochmals ein kurzer Anstieg.


Bozner Hausrunde 

Streckenlänge: 70km, Höhendifferenz: 1650m, Karte, Höhenprofil

Bewertung

Landschaft:
Charakter: mittelschwere Alpentour
Straße/Verkehr: größtenteils sehr gut ausgebaute Straßen; überwiegend wenig Verkehr

Ich kenne keinen Pass, wo man mehr Rennradler antrifft als am Mendelpass, der Hausstrecke der Bozner. Die meisten scheinen allerdings nur hoch zu fahren und dann die selbe Strecke wieder zurück. Denn ansonsten müsste am Gampenjoch ähnlich viel los sein, da sich dieser Pass sehr schön mit dem Mendelpass verbinden lässt.

Blick auf die Brentagruppe Ich startete die Tour im Eppaner Ortsteil Unterrain. Der Weg führt zunächst auf der für Kraftwagen inzwischen gesperrten alten Landstraße nach Andrian und weiter nach Nals. Nun folgt der landschaftlich reizvollste Teil der Tour aber auch der anstrengenste. Mit bis zu 16% geht es hoch zum Burgendorf Prissian und über Tisens auf die Gampejochstraße. Von da an ist die Steigung wesentlich gemäßigter und man erreicht ohne weitere Schwierigkeiten die Passhöhe. Die anschließende Abfahrt nach Fondo lässt die Blicke wieder in die Landschaft schweifen, unter anderem auf die Brentagruppe. Gut beschildert ist der weitere Weg zum Mendelpass. Die Westanfahrt ist im Vergleich zur Ostrampe sehr leicht, die bewaldete Strecke bietet auch landschaftlich wenig. Um so mehr macht dann die Abfahrt nach Eppan Spass. Dies liegt einerseits an der interessanten Streckenführung mit der zum Teil kühn in den Fels geschlagenen Straße und dem tollen Ausblick auf den Kalterer See und die bei gutem Wetter weiter im Osten liegenden Zacken der Dolomiten.

Blick auf den Kalterer SeeUm zum Ausgangsort zurückzukommen, gibt es nun mehrere Varianten. Neben dem gut beschilderten Radweg in Richtung Bozen bietet sich auch die Fahrt durch die Ortszentren von St. Michael und St. Pauls an. Kurz vor dem Ziel kann man sich hier ruhig einen leckeren Cappuccino gönnen.


9 auf einen Streich (Ostschweiz) 

Streckenlänge: 250km, Höhendifferenz: 6573m, Karte, Höhenprofil

Bewertung

Landschaft:
Charakter: Extreme Alpentour
Straße/Verkehr: Detailinfos bei den Passbeschreibungen

Aufgrund der guten Form und der erfolgreichen Teilnahme am Alpenbrevet entschloss ich mich, noch eine weitere Pässetour in der Schweiz zu unternehmen. Als Ausgangsort wählte ich Zernez im Engadin, da es zentral gelegen mehrere Tourenvarianten zulässt. Die ursprüngliche Planung sah dann so aus: Flüelapass - Albulapass - Berninapass - Forcola di Livigno. Das wären dann etwa 170km und 3500 Höhenmeter gewesen. Doch dann kam es noch viel besser.

Bereits um kurz vor sieben machte ich mich auf den Weg über Susch zum Flüelapass. Bereits um 8 Uhr dort angekommen war's noch bitter kalt. Gut, dass ich meine Winterhandschuhe eingesteckt hatte, ansonsten hätte ich meine Hände in Davos wohl nicht mehr gespürt.

Das Landwassertal folgend ging's anschließend ständig leicht bergab. Dies trifft auch auf den knapp 3km langen sehr gut beleuchteten Landwassertunnel zu. Mit 50 Sachen durch den Tunnel macht richtig Spaß - solange nicht gerade ein LKW entgegen kommt, dessen ohrenbetäubender Lärm knapp an der Schmerzgrenze liegt. Direkt nach dem Tunnelausgang folgt ein kurzer Gegenanstieg nach Wiesen, ehe es dann bis zum Abzweig zum Albulapass wieder stetig bergab geht.

Der Albulapass war ein erstes Highlight der Tour. Ob Bergüner Klamm, die immer wieder kreuzende Albulabahn oder die hochalpine Landschaft in der Passregion, genügend Reize, die von der anstrengenden Auffahrt ablenken.

Nach kurzer Abfahrt zurück ins Engadin ging's erst mal auf der relativ stark befahrenen Bundesstraße Richtung St. Moritz. Bevor ich den Berninapass in Angriff nehmen wollte, stärkte ich mich erst einmal mit ein paar Käsesemmeln. Diese lagen mir dann allerdings so schwer im Magen, dass ich am Bernina einen richtigen Einbruch hatte. Dazu kam noch Gegenwand während des oberen eher eintönigen Abschnitts. Gut, dass Passagiere der kaum schneller an mir vorbeifahrenden Berninabahn versuchten, mich aufzumuntern und die umliegenden vergletscherten Bergriesen für Ablenkung sorgten.

Bis zum nächsten Anstieg, dem Forcola di Livigno, war das Mittagessen glücklicherweise verdaut. Ansonsten wäre die kurze aber steile Rampe ziemlich hart gewesen. In Livigno angekommen fühlte ich mich noch so fit, dass ich mich entschloss, noch einen Abstecher über den Passo d'Eira zum Passo di Foscagno anzuhängen. Anstatt jedoch von dort wieder nach Livigno zurückzufahren, was meine erste Überlegung war, wollte ich's nun wissen. Denn die Verlockung war groß, einfach weiter Richtung Bormio zu fahren und über Umbrail- und Ofenpass zurück nach Zernez. Ich fühlte mich nach wie vor ziemlich gut und so sollten die zusätzlichen gut 2000 Höhenmeter noch drin sein. Ich musste nur aufpassen, vor Eintritt der Dunkelheit wieder zurück zu sein.

Gesagt, getan. Am Abzweig zum Stilfserjoch/Umbrailpass kurz vor Bormio war's bereits später Nachmittag. Nach wie vor bei schönstem Wetter (lediglich die großen Temperaturschwankungen von knapp über 0 bis 25 Grad machten die Kleiderwahl etwas schwierig) nahm ich also den Umbrailpass in Angriff. Zwar war das Tempo im Vergleich zu den ersten Pässen schon etwas gedrosselt, doch mein Tritt war immer noch rund. Und so war es fast logisch, dass ich am Abzweig zum Umbrailpass einfach nicht "widerstehen" konnte und die paar zusätzlichen Höhenmeter zum Stilfserjoch auch noch mitnahm. Das war dann schon ein sehr beeindruckendes Gefühl, nach bereits fast 11 Stunden Fahrt und 7 Pässen auf einem der schwersten anzukommen.

Nach der abenteuerlichen Abfahrt vom Umbrailpass (insbesondere der Naturstraßenabschnitt) stand mit dem Ofenpass der letzte Pass des Tages auf dem Programm. Gut, dass ich darauf vorbereitet war, dass auf der Abfahrt nach Zernez noch ein kleiner Gegenanstieg zu überwinden war. Ansonsten wäre die Überraschung wohl groß gewesen und die Beine noch schwerer.

Kurz nach 20 Uhr erreichte ich schließlich wieder meinen Ausgangsort Zernez. Die reine Fahrtzeit betrug etwa 11:45 Stunden. An Intensität ist diese Tour wohl kaum noch zu überbieten (zumindest was meine sportlichen Möglichkeiten betrifft). Ob ich jemals wieder so in Form sein werde, um so eine Tour im Alleingang zu unternehmen, bezweifle ich ehrlich gesagt (man wird schließlich älter ;-) Natürlich würde sich die Runde auch als Zwei- oder sogar Dreitagesfahrt anbieten.

Weitere Details und Bilder gibt's unter den jeweiligen Passbeschreibungen.


Ötz(to)tal 

Streckenlänge: 167km, Höhendifferenz: 4085m, Karte, Höhenprofil

Bewertung

Landschaft:
Charakter: Schwere Alpentour
Straße/Verkehr: Detailinfos bei den Passbeschreibungen

Als letzter großer Test vor dem Dolomitenmarathon stand 2006 eine ausgedehnte Tour rund ums Ötztal auf dem Programm. Startort war Ötz. Begleitet wurde ich von meinem Bruder Carsten, der damit seinen Pässeeinstand gab.

Timmelsjoch Bis Zwieselstein stand erst mal Einrollen auf dem Programm. Abgesehen von drei Talstufen gibt's kaum nennenswerte Steigungen. Danach ging's aber ans Eingemachte. Das Timmelsjoch kann man in zwei Abschnitte einteilen: Bis zur Mautstation mit Steigungsmaxima bis 13% und nach einer kurzen Abfahrt der hochalpine Teil bis zur Passhöhe. Trotz Traumwetters (oder gerade deswegen) war der Spaß allerding ein wenig getrübt: Massen von Motorradfahrern drängten sich an uns vorbei. Bei immer noch etwa 20 Grad auf der Passhöhe gönnten wir uns eine kurze Pause, um dann die rasende Abfahrt zurück in Richtung Zwieselstein in Angriff zu nehmen. Vor allem der lange gerade Teil vor dem Gegenanstieg lässt Höchstgeschwindigkeiten zu.

Rofen In Zwieselstein zweigt eine sehr gut ausgebaute Straße nach Vent ab, womit wir schlagartig dem starken Verkehr entkamen und die idyllische Landschaft in vollen Zügen genießen konnten. Die etwa 400 Höhenmeter bis Vent verteilen sich auf ein paar Stufen, wobei es nirgends richtig steil wird. Erst die schmale Straße von Vent nach Rofen erfordert nochmals kräftigen Tritt. Rofen selbst kann man eigentlich nicht unbedingt als einen Ort bezeichnen, besteht es doch nur aus einem Hotel und einem Gasthof.

Nach der Abfahrt entschied mein Bruder, dass es für die Premiere erst einmal reichen würde und gönnte sich einen (wie ich mir erzählen ließ) leckeren Kaiserschmarrn.

Ötztaler Gletscherstraße Ich hatte mir allerdings noch ein ganz besonderes Schmankerl als krönenden Abschluss vorgenommen. Die Ötztaler Gletscherstraße zum höchsten asphaltierten Punkt der Alpen, dem Tiefenbachgletscher. Nach bereits 100km und über 2500 Höhenmetern in den Beinen ein wirklicher Hammer! Gleich von Beginn an fordern schier endlos lange fast durchwegs 13% steile Rampen zum Kampf gegen den inneren Schweinehund. Die wenigen flachen Meter kurz vor der Mautstation reichen gerade mal, um kurz die Beine baumeln zu lassen, ehe es erbarmungslos weiter geht. Erst wieder eine fürchterlich lange Gerade, dann ein paar Kehren bis zur Skistation. Dort verweigt die Strecke: rechts zum Parkplatz des Rettenbachgletschers, links zum spektakulären Schlussabschnitt zum Tiefenbachgletscher.

Tiefenbachgletscher Spektakulär deshalb, weil die letzten zwei Kilometer bzw. 200 Höhenmeter durch einen Tunnel führen. Im Freien war es durchaus noch angenehm mild, doch im Tunnel kam ich mir vor, als müsste ich einen Eisschrank durchqueren. Erschwerend kam hinzu, dass die Beleuchtung teilweise eher spärlich war und der Straßenbelag vor allem im letzten Drittel katastrophal war. Doch dann war es geschafft. Sogar ein Schild weist den höchsten Punkt aus (Beweisfoto ;-). Vollkommen einsam dort oben waren die Strapazen auf einmal wie weggeblasen.

Glücklicherweise ging's nun nur noch bergab. Bis Sölden waren dabei nur die Bremsen gefragt. Die letzten 30 Kilometer zurück nach Ötz muss man dann meistens mittreten, ideal also, um den Laktatüberschuss, der sich im Laufe des Tages angesammelt hat, wieder etwas abzubauen.

Reine Fahrtzeit der Tour war übrigens acht Stunden. Weitere Bilder findet Ihr hier.