No Limits Snowboardschule Bike und Radsport Langweid

Französische Alpen 2009

4. Etappe: Briancon — Saint-Etienne-de-Tinee, 147 km, 3979 Höhenmeter, 3 Pässe

Landschaft

Charakter

Sehr schwere Alpentour

Straße/Verkehr

wenig Verkehr; gut ausgebaute Straßen

Col d'Izoard, Col de Vars, Col de la Bonette, wieder drei klangvolle Namen, die die 4. Etappe zur Königsetappe machten.

Wie bereits gewohnt, war beim Start in Briancon der Himmel wieder wolkenlos. Ideale Bedingungen also für die zu erwartenden landschaftlichen Höhepunkte. Beim Anstieg zum Col d'Izoard stand aber zunächst der sportliche Aspekt im Mittelpunkt. Ziemlich viele Radler waren bereits unterwegs und ich konnte einen nach dem anderen schlucken. Es schien so, als würde sich meine Form von Tag zu Tag noch verbessern. Der Col d'Izoard war wirklich ein sehr angenehm zu fahrender Pass. Zwar etwa 20km lang, aber nie wirklich steil. So zeigte mein Tacho auf der Passhöhe immerhin einen Schnitt von knapp über 16 km/h an. Casse Desserte, eine Art Steinwüste, folgte direkt nach der Passhöhe — einfach atemberaubend schön. Die Abfahrtsstrecke war gut ausgebaut, so dass wir zügig ins Tal nach Guillestre kamen.

Nach obligatorischer Stärkung mit ein paar süßen Gebäckteilen (die waren fast zu süß), folgte der zweite Anstieg zum Col de Vars. Da für diesen Tag ja nur diese beiden Pässe geplant waren, hab ich auch dort gut auf's Pedal gedrückt und kam recht zügig voran. Vom Charakter her ähnelte dieser Pass dem ersten, wieder lang, aber moderate Steigungen. Nachdem es auf der Passhöhe erst kurz nach eins war, entschloss ich mich, den Col de la Bonette nicht erst am nächsten Tag zu fahren, sondern als krönenden Abschluss ans Ende dieses Tages zu hängen und somit die Königsetappe vorzuziehen. Dabei hätte uns eine Straßensperrung beinahe noch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Barre! — Weiterfahrt erst in drei Stunden möglich. Nach kürzester Zeit fanden sich dort immer mehr Radfahrer ein, doch alles Diskutieren mit einem der Arbeiter half nichts. Frust machte sich bereits breit, als die Erlösung eintraf: einem Postauto wurde die Durchfahrt gewährt und mit diesem auch den übrigen Wartenden. Dem Bonette stand also nichts mehr im Wege.

Nach ziemlich genau 100km und zwei ordentlichen Pässen hieß es nun nochmals 23km und etwa 1600 Höhenmeter bergauf. Im Vergleich zu den beiden ersten Anstiegen ließ ich es dieses Mal deutlich ruhiger angehen. Doch auch der Bonette war sehr gleichmäßig zu fahren mit Steigungen, die meistens um die sieben Prozent lagen. Ab einer Höhe von etwa 2000 Metern wurde es richtig hochalpin. Nur das Pfeifen der Murmeltiere "störte" die absolute Ruhe. Erstaunlich dann die letzte Passage: fast eben führte die Straße in einer Höhe von 2700 Metern zum eigentlichen Pass. Eigentlich deshalb, da man von der Passhöhe noch eine Zusatzschleife drehen kann, die fast bis zum Gipfel führt und man schließlich einen der höchsten asphaltierten Punkte der Alpen erreicht (wer noch höher hinaus möchte, dem sei der megaschwere Anstieg zum Tiefenbachgletscher empfohlen). Pässe verbinden ja eigentlich zwei Täler über einen Bergeinschnitt. Hier hatte man den Eindruck, den höchsten Punkt der ganzen Gegend erreicht zu haben.

Die sehr gute Qualität der Straße während des Anstiegs hielt auch noch während der etwa 30 km langen Abfahrt nach Saint-Etienne-de-Tinee ein relativ langes Stück an. Da auch so gut wie kein Verkehr herrschte ein perfekter Abschluss dieser wiederum fantastischen Etappe.

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